Jinbei HD-601

         Outdoor-Shooting mit dem Jinbei HD-601 HSS

Plötzlich klingelte der Postbote und überreichte mir ein großes Paket. Darin enthalten waren der Jinbei HD-601 HSS Akku-Studioblitz, der Funkblitzauslöser Jinbei TR-Q6 für Canon, ein Stativ Jinbei 200 und die Jinbei Soft Box Professionell.

Ich muss zugeben, dass ich schon recht aufgeregt war und es kaum erwarten konnte, endlich so zu shooten, wie ich es mir immer vorstellte. Um es gleich vorweg zu nehmen, meine Erwartungen an den Blitz wurden ganz klar erfüllt. Aber ich möchte von ganz vorn beginnen.


Wie bin ich zur Fotografie gekommen?


Zunächst möchte ich aber etwas von mir erzählen. Meine Name ist Enrico Schneider, wohnhaft bin ich in der idyllischen Kleinstadt Meißen, die man auch die Wiege Sachsens nennt. In meiner Jugend bin ich durch Zufall an die Fotoausrüstung meines Stiefvaters gekommen. Es handelte sich damals um die wohl bekannteste DDR-Kamera, eine Praktica Super TL. Natürlich waren mehrere Wechselobjektive und ein externer Blitz auch dabei.

Ich hatte absolut keinen Plan, wie ich überhaupt fotografiere, geschweige denn, wie ich einen Film einlege. Ich fand es einfach nur geil, sich eine Kamera umzuhängen und so zu tun, als wäre man ein berühmter Fotograf. Lange hielt allerdings mein Faible für die Fotografie zur damaligen Zeit nicht. Viel wichtiger waren meine Freunde und die Zeit, die ich mit ihnen verbrachte.

In späteren Jahren begann ich meiner zweiten Leidenschaft, der Musik nachzugehen. Ich spielte in mehreren Bands, und so ergab es sich, dass ich immer Fotos aus dem Proberaum, von unseren Konzerten oder Bandfotos machte. Dabei probierte ich alles aus, was ich irgendwo einmal hörte oder las. Dabei spielten Werte wie ISO, Blende und Belichtungszeit keine Rolle. Es interessierte mich auch nicht, wie überhaupt eine Kamera funktionierte. Ich wollte einfach nur fotografieren.


Erste Eindrücke vom HD-601 HSS

Mein erster Eindruck vom Blitz war durchweg positiv. Er ist robust gebaut. Hat die übliche Standardgröße, wie man es von den meisten Studioblitzen her kennt, und sein Gewicht würde ich ebenfalls als Standard bezeichnen. Im Lieferumfang ist neben dem Ladegerät für den Akku auch eine Transporttasche enthalten.

Über der Blitzröhre befindet sich eine Schutzkappe, die in der Halterung für Lichtformer und Softboxen sitzt. Entfernt man diese Kappe von der Blitzröhre, ist die Röhre dann völlig frei  und wenn man nicht gut aufpasst, kann es durchaus sein, dass man sie kaputt macht, wenn man eine Softbox anbringen möchte. Das ist für mich eher negativ zu beurteilen.

Die Halterung, mit der man den Blitz auf ein Stativ anbringt, ist ein Drehrad. Dieses muss man schon recht festziehen, damit der Blitz nicht nach vorne überkippt. Besser hätte ich es gefunden, wenn kein Drehrad, sondern ein Bügel oder dergleichen verwendet worden wäre. Besonders aufgefallen ist es mir, als beim Fotografieren im Freien Wind aufkam. Da die Softbox eine große Fläche für den Wind bietet, wäre es sehr leicht möglich, dass der Blitz abknickt. Also ordentlich festziehen ist Pflicht.

Selbsterklärende Menüführung vereinfacht die Bedienung

Die erste Inbetriebnahme ist einfach. Man drückt den Powerknopf, der sich ganz rechts auf der Rückseite des Blitzes befindet. Der Blitz startet und das beleuchtete Display ist vom Prinzip her selbsterklärend.

Zu beachten ist, dass man am Blitz selbst einstellen muss, mit welchem Kamera-Hersteller man arbeitet. In meinem Fall war es Canon. Somit benötigt man dann auch den Fernauslöser für Canon.

Was die Menüführung auf dem Blitz anbelangt, so ist sie wie ich schon erwähnte, selbsterklärend. Man hat die Möglichkeit, mehrere Blitz anzusteuern. Dafür sind einzelne Gruppen am Blitz vorgesehen. Ebenso gibt es ein LED-Einstelllicht, das man verwenden kann, sollte es doch zu dunkel für die Kamera sein, sodass sie dann einwandfrei fokussieren kann.

Der Blitz lässt sich im ganz normalen manuellen Modus verwenden oder im HSS-Modus. Dieser wird benötigt, wenn man beispielsweise Gegenlichtaufnahmen machen möchte. Dies war allerdings bei mir nicht vorgesehen, und deshalb habe ich es ehrlicherweise auch gar nicht weiter probiert, sodass ich da kein übermäßiges Feedback geben kann. Ich weiß aber das es funktioniert, da ich ein, zwei Probefotos gemacht habe.


Was gibt es noch zum Blitzauslöser zu sagen?

Im Grunde genommen nicht sonderlich viel, außer, dass er super funktioniert. Bis an seine Grenzen bin ich allerdings nicht gegangen, was beispielsweise die Entfernung zwischen Blitz und Auslöser betrifft. Aber wer macht das schon?

Der Auslöser arbeitet mit zwei kleinen AAA-Batterien, die immer bis mindestens noch zur Hälfte voll sein sollten, denn ansonsten passiert dir das Gleiche wie mir: Der Blitz löst nicht immer ordnungsgemäß aus. Zugegebenermaßen war ich zwischenzeitlich mehrmals sehr genervt, da er eben nicht auslöste, bis ich dann endlich auf die Idee kam, die Batterien zu wechseln.

 

Blitzposition und Kameraeinstellungen

Für meine zukünftigen Vorhaben reicht der Blitz mit seiner Leistung allemal aus. Wie man an den Beispielbildern vom Outdoor-Shooting sehen kann, positionierte ich den Blitz meist von vorn links oder rechts oben. Nur in den seltensten Fällen würde ich von dieser Variante abweichen und ihn frontal aufbauen. Um Silhouetten zu erstellen, was ich ebenfalls probiert habe, positionierte ich den Blitz rechts oder links hinter dem Model.

Die Kameraeinstellungen waren im Großen und Ganzen recht ähnlich. Die Blende betrug meist zwischen 11 und 16, der ISO-Wert lag meist bei 100. Nur die Belichtungszeit variierte gelegentlich recht deutlich.

Am Blitz selbst habe ich eigentlich immer den manuellen Modus genutzt. Ich denke, dass es bei mir eher daran liegt, dass ich mich nicht großartig mit komplizierten Dingen auseinandersetzen möchte. Einschalten – Einstellen – Fotografieren. Das ist mein Motto.

 


Mein Fazit

Mein Fazit nach fast 3 Wochen Testzeit fällt durchweg positiv aus. Eine Weiterempfehlung dieses Blitzes ist von meiner Seite aus absolut gegeben. Wie ich oben bereits erwähnte, gibt es für mich nur zwei Dinge, die ich mit einem „befriedigend“ bewerten würde. Zum einen die fehlende Schutzabdeckung, wenn man die Transportkappe von der Blitzröhre entfernt und zum anderen das Drehrad zum Befestigen des Blitzes auf einem Stativ.

Ansonsten gab es für mich nichts Negatives am Blitz zu entdecken. Transportiert habe ich im übrigen alles in einem Trolley, wo ich genug Platz hatte, um den Blitz, die Kamera, die Softbox und alles weitere unterzubringen. Zugebenermaßen war das Gewicht dann schon ziemlich beachtlich, aber so ist das nun mal.

Der Blitz tut, was er soll und das für meine Vorhaben völlig problemlos.

Prädikat – Empfehlenswert!